Winterreifen für Velos

Was beim Auto eine Selbstverständlichkeit ist, kommt bei Velos erst langsam auf: Der Einsatz von speziellen Reifen für Winterliche Verhältnisse. Dabei gilt es zu unterscheiden zwischen Velo Winterreifen, welche mit weicherer Gummimischung und stärkeren Profilen auf rutschigen Unterlagen besser haften und Spikereifen, deren Wolframcarbid Stifte für optimale Haftung auf Eis sorgen. Mit dem TCS Velo-Winterreifentest konnten klare Unterschiede zwischen den Kategorien der Spikereifen und der Winterreifen sowie gegenüber den Sommerreifen aufgezeigt werden. Bei winterlichen Verhältnissen hatten Spikereifen grosse Vorteile bei den Bremstests auf Schnee, bei den Messungen der Haftreibung auf Eis sowie bei den subjektiven Fahrversuchen. Beim Fahren auf Eis ist es sogar die einzige Art von Reifen, welche ein Minimum an Sicherheit garantiert. Allerdings sind alle Spikereifen auf Asphalt unangenehm zu fahren (Vibrationen und Lärm), womit sie hauptsächlich auf schneebedeckten Strassen zu empfehlen sind. Die Winterreifen zeigen bei Eis und Schnee ebenfalls gewisse Vorteile gegenüber dem Sommerreifen, sind jedoch auch auf Asphalt problemlos zu fahren. Für Velofahrer, welche im Schweizer Mittelland auch im Winter nicht auf ihr Zweirad verzichten wollen, sind Winterreifen deshalb zu empfehlen.

Tipps des TCS

  • Spikereifen eignen sich auf Schnee und Eis, nicht aber für längere Fahrten auf Asphalt. Wer in Bergdörfern ohne «Schwarz-Räumung» auch im Winter Fahrradfahren will, kann mit der Wahl von Spike-Reifen richtig liegen.
  • Nur Spikereifen erlauben bei Glatteis eine sichere Fahrt.
  • Winterreifen haben mit ihren stärkeren Profilen und weicheren Gummimischung messbar mehr Haftung auf rutschigen Unterlagen. Wer regelmässig im Winter mit dem Fahrrad im Mittelland unterwegs ist, verbessert mit einem Winterreifen seine Sicherheit, ohne die Rolleigenschaften auf Asphalt markant zu beeinträchtigen.
  • Auch Sommerreifen können auf Schnee grundsätzlich gefahren werden, müssen aber mit grosser Vorsicht eingesetzt werden.
  • Eine Massnahme zur Verbesserung der Haftung auf rutschigen Unterlagen ist die Reduktion des Reifendrucks. Bei einer Reduktion des Drucks von 6 auf 2 Bar verkürzt sich der Bremsweg auf Eis um bis zu 25%. Die Massnahme sollte allerdings mit Vorsicht angewendet werden, da niedriger Reifendruck die Gefahr einer Schlauchpanne markant erhöht.
  • Ohne Spikes muss der Einsatz der Vorderbremse bei winterlichen Verhältnissen sehr dosiert erfolgen.
  • Nicht gemessen wurde die Abnützung der Reifen. Durch die weichere Gummimischung ist aber zu erwarten, dass sich ein Winterreifen schneller abnützt als ein normaler Sommerreifen. Besonders bei hohen Temperaturen.
  • Fahrradfahren im Winter ist für alle Verkehrsteilnehmer eine Herausforderung. Fahren Sie auf dem Fahrrad also noch umsichtiger, machen Sie sich sichtbar mit reflektierender Kleidung und Licht und tragen Sie unbedingt einen Helm. 
  • Ein saisonaler Reifenwechsel für die kalte Jahreszeit ist für Winter-Pendler empfehlenswert.

Qelle: Touring Club Schweiz